Sprachförderung für Flüchtlinge – FDP fordert Sofortmaßnahmen

Fraktionsvorsitzender Dürr besucht Ehrenamtliche in der Gemeinde Lastrup


Kreis Cloppenburg. Der Kreisvorsitzende der FDP mahnt schnelle und konkrete Maßnahmen zur Sprachförderung an. „Jetzt ist nicht die Zeit für lange Debatten. Die Kinder sind seit Donnerstag in den Schulen, ohne dass es ausreichende Möglichkeiten gibt, damit sie vernünftig Deutsch lernen“, so Friedhoff. Für ihn sei es absolut untragbar, dass die Kultusministerin sich weiterhin so zögerlich verhalte und in keiner Weise auf die aktuelle Situation reagiere. „Niedersachsen braucht jetzt ein 100-Millionen-Euro-Bildungsprogramm für Flüchtlingskinder“, forderte Friedhoff am Rande eines Ortstermins mit dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Niedersächsischen Landtag, Christian Dürr in der Gemeinde Lastrup. Hier erteilen pensionierte Lehrerinnen und Lehrer ehrenamtlich und unbürokratisch Deutschunterricht für die Asylbewerber in der Gemeinde.

"Ich erlebe in Niedersachsen eine große Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung - jedoch leider nicht in der Politik", so Christian Dürr zu den Gegensätzen die sich derzeit - vor allem in der Sprachförderung- zeigen.

 

Die rot-grüne Landesregierung müsse endlich erkennen, dass der Erwerb der deutschen Sprache der wichtigste Schlüssel zur Integration sei, so die Meinung der beiden FDP-Politiker. Die FDP-Fraktion fordert bereits seit langem eine deutliche Erhöhung der Sprachlernklassen im Land. „Der Finanzminister schwimmt in den Steuereinnahmen und dennoch versagt die Landesregierung bei diesem wichtigen Aspekt der Integration. Man kann nicht immer nur von Willkommenskultur reden, sie muss auch an den entscheidenden politischen Stellen realisiert werden.“, so Dürr abschließend.

 

Nach Berechnungen der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag sind rund 2.000 Lehrkräfte für etwa 2.100 Sprachlernklassen nötig. Die Landesregierung hat jedoch nur 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, was gerade einmal für 20 neue Sprachlernklassen für ein Schulhalbjahr reicht. Jedes zweite der neu angekommenen Flüchtlingskinder bleibt dadurch ohne Sprachförderung. Bildungsverbände haben bereits dringende Hilfen für die Schulen angesichts von rund 30.000 schulpflichtigen Flüchtlingskindern, die in diesem Jahr nach Niedersachsen kommen, gefordert. Die GEW hat dazu einen entsprechenden Forderungskatalog an das Land vorgestellt. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt kündigte an, dass sie in den kommenden Wochen die Verbände zu diesem Thema zu Gesprächen einladen wolle.